Wenn die 2,6 Milliarden Christinnen und Christen weltweit ernst nehmen würden, was „Bewahrung der Schöpfung“ bedeutet, hätten Klimaschutz, Artenschutz und nachhaltiges Wirtschaften einen höheren Stellenwert. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Wissen um die Krisen nicht ausreicht, um nachhaltig tätig zu werden, sonst würde viel mehr geschehen. Es braucht neue Narrative, um auch Emotionen anzusprechen und Motivation zu erzeugen. Dabei kann der Rekurs auf biblische Texte hilfreich sein: Mehrere Texte der christlichen Bibel sprechen und singen staunend von Gottes wunderbarer Welt – und sehr differenziert von der Rolle der Menschen darin.
Dies war der Ausgangspunkt für das Blockseminar „Bibel auf Sendung: Verantwortung für die Schöpfung in Medienbeiträgen vermitteln„, das im Sommersemester 2026 als innovatives Lehrprojekt vom Gutenberg Lehrkolleg gefördert wurde. Als Dozent:innen schlossen sich hierfür Prof. Dr. Carolin Neuber (Altes Testament) und Prof. Dr. Hans-Georg Gradl (Neues Testament) aus Trier und der Mainzer Alttestamentler Prof. Dr. Thomas Hieke zusammen, wobei sie durch zwei Expert:innen kompetent unterstützt wurden.
Die Online-Auftaktsitzung im April (7.4.2026, 15-17 Uhr) hat die Teilnehmenden mit dem Konzept vertraut gemacht. Erste Texte sowie Arbeitsaufgaben wurden verteilt: Die Studierenden mussten sich einen biblischen Text über die Schöpfung mit exegetischen Methoden erarbeiten und dabei Kernbotschaften identifizieren und formulieren.
Von da ging der Weg unter Anleitung zweier Medien-Experten hin zu medial vermittelbaren Formen und Narrationen: kurze Radiobeiträge, Instagram-Posts, Web-Artikel oder Beiträge für die Kirchenzeitung. Diese Beiträge sollen verschiedene Zielgruppen ansprechen und motivieren, die eigene Haltung zum Schutz der Mitwelt sowie das eigene Verhalten (Konsum, Reisen, Ernährung) zu überdenken. Die biblische Botschaft ist dabei nicht als Norm oder Doktrin aufzufassen, sondern als Impulsgeber für eigene Überlegungen und Geschichten, die Zuhörende emotional und intellektuell abholen und wiederum selbst ins Nach- und Vorausdenken bringen sollen.
Während der Seminareinheit in Trier (8./9. Mai 2026) hat Tobias Sauer (ruach.jetzt) die Studierenden (und auch die Lehrenden) mit heutigen Kommunikationsbedingungen vertraut gemacht. Wichtige Erkenntnis: Herkömmliche Kanäle und Sprechweisen werden die Menschen immer weniger erreichen. Verkündigung im besten Sinne muss ihre Formen und Sprache dynamisch aktualisieren.
Aufgabe der Studierenden war nun, bis zur nächsten Blockveranstaltung weiter an ihrem exegetischen Text zu arbeiten und einen ersten Entwurf eines Medienbeitrags zu schreiben und einzureichen.
Bei der folgenden und abschließenden Seminareinheit in Mainz (19./20. Juni 2026) hat Beate Hirt, Senderbeauftragte der katholischen Bistümer beim Hessischen Rundfunk, den Teilnehmenden die konkreten Bedingungen von Verkündigung im Radio erläutert und praktisch vorgeführt. Der Gedanke, dass mit Radiosendungen eine um ein Vielfaches höhere Zahl von Menschen erreicht werden kann, wirkt motivierend, und es ist gut und wichtig, dass auch die christlichen Kirchen in diesem Medium ihre Stimme erheben dürfen. Zugleich müssen aber aus dem kirchlichen Kontext (Gottesdienste) vertraute Wege verlassen werden: Die Studierenden müssen nach anderen Formulierungen und Gestaltungsweisen suchen, um die Botschaft neu hörbar zu machen.
Dann ging es konkret um die ersten Entwürfe der Studierenden, die in intensiven Gesprächen in der Gruppe und im Einzelcoaching stetig verbessert wurden. Einige Beiträge konnten schließlich so weit gebracht werden, dass Audiofiles aufgenommen wurden. Diese Produkte werden im Folgenden mit Einverständnis der Studierenden veröffentlicht.
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Beate Hirt hat die Lehrenden und Studierenden beim Seminar „Bibel auf Sendung“ mit ihrer jahrzehntelangen Expertise in der Radioarbeit unterstützt. Sie hat die Textentwürfe detailliert redigiert und verbessert und dabei zahlreiche Hinweise für die heutigen Bedingungen der Verkündigung im Radio gegeben.
Schließlich hat sie eine Liste von Radiobeiträgen im Hessischen Rundfunk (hr) zusammengestellt, die sich mit dem Thema „Bibel und Schöpfung“ befassen. Diese Liste kann hier heruntergeladen werden, und von dieser Liste aus kann man direkt auf die Beiträge auf der Seite „kirche-im-hr.de“ weiterklicken.
Hier geht es zu unserem Projektvideo (auf der Seite des Gutenberg-Lehrkollegs GLK):