Aktuelles

Bibel um-gehen

Unerträgliche Brutalität und übertriebene Strafen, Frauenfeindlichkeit und Kindsmord: Wer die Heilige Schrift liest, wird bald auf derartige Passagen stoßen. Wie können sich heutige Christenmenschen kritisch damit auseinandersetzen?

"Bibel um-gehen" (hg. von Thomas Hieke und Konrad Huber; Stuttgart: Katholisches Bibelwerk, 2022)

Vorstellung auf katholisch.de

Bestellung beim Katholischen Bibelwerk

"Bibel um-gehen" knüpft an das sehr erfolgreiche Buch "Bibel falsch verstanden" der beiden Herausgeber an. Im neuen Band geht es um Bibelstellen, bei denen man die Bibel am liebsten wieder weglegen möchte. Das Buch ist zugleich eine Aufforderung, ein Mutmacher und eine Anleitung: So können Sie die Heilige Schrift exakt lesen, Nuancen erkennen und die Bibel verstehen!

Reaktionen

IOSOT 2022 BHQ

Prof. Dr. Thomas Hieke hat am 11. August 2022 ein short paper auf dem 24th Congress of the International Organization for the Study of the Old Testament (IOSOT) in Zürich via Zoom (live) vorgetragen. Das Thema der Sitzung war The BHQ Project: Principles, Progress and Perspective (chair: Martin Rösel, Rostock). Der Titel des short paper lautete: "The Material Basis of Scholarship and Faith: The 'Leviticus' Fascicle of the Biblia Hebraica Quinta Prepared by Innocent Himbaza". Prof. Hieke hat den Vortrag vorher probehalber aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung sowie die Präsentation mit Bildmaterial und den Vortragstext kann man unter folgendem Link finden: https://t1p.de/hb1xa (seafile).

Dr. Juliane Eckstein hat vor Ort in Zürich am 12. August 2022 ein short paper vorgetragen. Das Thema der Sitzung war Methodology of HB/OT Study (1) (chair: Ruth Ebach). Der Titel des short paper lautete: "Everything Is Connected: Introducing Actor Network Theory to Biblical Studies".

TUAT online

Ein wichtiges Hilfsmittel für die wissenschaftliche Erschließung der Bibel, aber auch für die bibeldidaktische Arbeit ist die Quellensammlung „Texte aus der Umwelt des Alten Testaments“ (TUAT). Sie ist kostenfrei und online im Netz der JGU zugänglich und in folgender Liste direkt erreichbar.

Von TUAT gibt es eine alte und eine neue Folge. Man zitiert daraus meist in abgekürzter Weise. Auf die alte Folge verweist z.B. TUAT III, 295 (= TUAT Alte Folge, Band III, Seite 295). Bei den neun Bänden der neuen Folge sieht das so aus: TUAT-NF 9, 295. Die Zitation erfolgt meist ohne Titel und Jahreszahl. Die drei Bände der alten Folge sind in einzelnen Lieferungen erschienen, deren Seitenzahlen durchgehend nummeriert sind. Zur alten Folge gibt es noch einen Ergänzungsband, der meist mit „TUAT-AF E“ oder „TUAT E“ zitiert wird.

Alle Bände stehen in der Bereichsbibliothek Theologie der JGU unter AT J I 25 bzw. Ea 9, innerhalb des Netzes der JGU haben wir aber auch einen online-Zugang auf die E-Books (von außen über VPN-Verbindung mit dem JGU-Netz). Damit die Bände und Texte schneller auffindbar sind, haben wir auf dieser Seite die einzelnen E-Books direkt verlinkt. Weiterlesen "TUAT online"

Antrittsvorlesung Dr. Winkler

Masculinity Studies als neuer Ansatz in der Exegese des Alten Testaments

Eine Antrittsvorlesung zu einem hochaktuellen Thema

Am 14.07.2022 fand die Antrittsvorlesung von Dr. Mathias Winkler statt, dessen Habilitationsverfahren im Fach Altes Testament damit abgeschlossen ist. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dekanin Prof. Dr. Heike Grieser hielt Dr. Winkler einen Vortrag zum Thema „Sexuelle Gewalt gegen Männer im AT? Eine Skizze“.

Dr. Winkler bot nach einer Einführung über das Phänomen sexueller Gewalt gegen Männer eine Analyse von Gen 19,30-38 (Lots Töchter): Der biblische Erzähler stelle Lot als einen schwachen und gescheiterten Mann dar, der seiner Fürsorgepflicht gegenüber den unverheirateten Töchtern nicht nachgekommen sei. Dadurch werde sexuelle Gewalt gegen Männer, hier: Lot als Mann, verschleiert sowie eine Stabilisierung bestimmter (anderer) Maskulinitätsvorstellungen erreicht. Ein Blick auf die exegetische Auseinandersetzung mit dieser Perikope wies auf zwei Richtungen der Interpretation hin: Claus Westermann versteht den Text dahingehend, dass die Töchter nach dem „Sintbrand“ Sodoms um jeden Preis Nachkommenschaft haben müssen, sodass in dieser Verzweiflungstat „der Zweck die Mittel heiligt“. Demgegenüber sieht die feministische Exegese (z.B. Irmtraud Fischer) vor dem Hintergrund kriminologischer Erkenntnisse und tiefenpsychologischer Deutung Lot als den eigentlich Schuldigen. Die Behauptung, dass die „Verführung“ von den Töchtern ausgehe, sei eine Verdrängung. Abschließend verwies Winkler darauf, dass in den biblischen Texten und der Exegese verschiedene Maskulinitätsvorstellungen miteinander konkurrieren, was jeweils eigene Standortbestimmungen notwendig mache. In einer kritischen Maskulinitätsforschung stecke somit auch ein emanzipatorisches Potenzial.

Zum Abschluss verlas Dekanin Prof. Dr. Heike Grieser die Habilitationsurkunde und überreichte sie dem „Doctor habilitatus“.

Text: Maximilian Brech

Foto: Thomas Hieke

Worthaus

Das Projekt "Worthaus" hat zwei längere Vorträge von Prof. Dr. Thomas Hieke zum Buch Levitikus und zu den Büchern der Chronik auf Video aufgenommen. Die Vorträge können unter folgenden Links angesehen werden: 

 

Kommunikation mit dem Heiligen - Heiligkeit im Alltag

Das Buch Levitikus

Link zu Worthaus

Link zu YouTube

 

 

Dasselbe – aber besser! Und noch mehr …

Die Bücher der Chronik

Link zu Worthaus

Link zu YouTube

WiBiLex-Tagung

(Vor)Formen und Funktionen enzyklopädischen Wissens vom alten Israel und den angrenzenden Kulturen

Tagung zu Ehren von Klaus Koenen am Fachbereich 01, Katholische Theologie und Evangelische Theologie der JGU Mainz, 16./17. Juni 2022, Wallstr. 7/7a, Raum T1/T2,
55122 Mainz

Die Tagung wurde von den Herausgebenden des Wissenschaftlichen Bibellexikons im Internet (WiBiLex), Prof. Dr. Michaela Bauks (Koblenz) und Prof. Dr. Michael Pietsch (Neuendettelsau) organisiert. Gastgeber vor Ort war Prof. Dr. Thomas Hieke am Fachbereich 01.

Im Rahmen der Tagung wurde der Begründer und langjährige Hauptherausgeber von WiBiLex, Prof. Dr. Klaus Koenen, mit der Canstein-Medaille der Deutschen Bibelgesellschaft ausgezeichnet (Pressemitteilung).

Tagungsprogramm

Die Tagung wurde online über BBB übertragen. Einzelne Beiträge wurden aufgezeichnet, die Videos können hier abgerufen werden.

Wissenschaftliche Zielsetzung

Wissenssicherung, Wissensordnung und Wissensverarbeitung sind entscheidende Faktoren einer Gesellschaft und unterliegen einem großen historischen Wandel. Meilensteine in der medialen Entwicklung sind z.B. die Entwicklung des phonematischen Alphabets im 2. Jahrtausend v.Chr., des handschriftlichen Codex im 4. Jahrhundert n.Chr. und des Buchdrucks mit beweglichen Lettern im 15. Jahrhundert n. Chr. (Johannes Gutenberg). Mit der Digitalisierung der Printmedien im 21. Jahrhundert und der Globalisierung von Wissenskommunikation und Wissensspeicherung hat dieser Prozess eine neue Phase des Wissens in der Menschheitsgeschichte erreicht. Diese Umschwünge bedingen nicht nur eine veränderte Wahrnehmung und Aufbereitung von Wissen, sondern beeinflussen auch das Wissen selbst in der Kategorisierung des Vorgefunden. Das Thema der Tagung umfasst also epistemische, materiale wie auch wissenstheoretische Aspekte, denen die Beiträge und die Gespräche in unterschiedlicher Perspektivierung nachgehen wollen.

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Reise nach Israel/Palästina 13.-24. März 2022

Vom 13.-24. März 2022 reisten 16 Studierende der JGU Mainz - meist mit dem Fach "Katholische Theologie" - mit Prof. Dr. Thomas Hieke ins Heilige Land nach Israel/Palästina. Die Reise sollte schon im März 2020 stattfinden und wurde wegen der Covid-19-Pandemie immer wieder verschoben. Im Vorfeld gab es auch noch im März 2022 große Schwierigkeiten (z.B. wurde kurzfristig der Abflugsort nach Berlin, BER, verlegt). Dennoch ist die Reise sehr gut gelungen und hat alle Teilnehmenden enorm beeindruckt. Hier ist das Programm der Reise.

Ein ausführlicher Bericht über die einzelnen Tage wird hier noch folgen. Stationen der Reise waren: Tel Aviv (u.a. Bauhausviertel), Jaffa, Caesarea Maritima, Haifa, Akko, Nazaret, See Genezaret, Tabgha, Kafarnaum, Hippos/Susita, Betlehem, Jericho, Qumran, Jerusalem (Grabeskirche, Ölberg, Haram es-Sharif, Kotel, Yad Va-Shem, Israelmuseum). Der ausführliche Verlauf findet sich hier.

Tagesbericht 15.03.2022

Tagesbericht 16.03.2022

Tagesbericht 17.03.2022

Tagesbericht 18.03.2022

Tagesbericht 19.03.2022

Tagesbericht 20.03.2022

Tagesbericht 22.03.2022

Tagesbericht 23.03.2022

Gruppenfoto Ölberg
Die Reisegruppe auf dem Ölberg vor dem Jerusalem-Panorama (c) Thomas Hieke
Gruppenfoto Knesset-Menora
Die Reisegruppe vor der Knesset-Menora von Benno Elkan (c) Thomas Hieke

Br. Dr. Johannes Roth OFM mit Lehrauftrag im SoSe 2022 in Mainz

Foto: Kirchenbote

Im Sommersemester 2022 wird die Abteilung Altes Testament tatkräftig unterstützt durch Br. Dr. Johannes Roth OFM, der eine Vorlesung mit dem Titel „Abraham – an der Wurzel dreier Religionen“ anbietet.

Von 2008 bis 2013 absolvierte er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen sein Studium der Katholischen Theologie und promovierte von 2016 bis 2020 an der WWU Münster und der Universität Osnabrück über Genesis 22. Seine Dissertation ist 2021 unter dem Titel „‚Sie gingen, sie beide gemeinsam.‘ – Gen 22 in der neueren Exegese und in Predigttexten“ in der Reihe Osnabrücker Studien zur Jüdischen und Christlichen Bibel (OSJCB) in Göttingen erschienen.

Er hat an folgenden Projekten und Publikationen mitgearbeitet: „Bielefelder Bibel“ und „Das biblische Israel“, die beide im Herder-Verlag erschienen sind und von Prof.in Dr.in Melanie Peetz herausgegeben wurden.

Seit 2014 ist er Mitglied der Deutschen Franziskanerprovinz (OFM) und seit 2019 deren Vize-Kommissar des Heiligen Landes. In dieser Funktion hat er 2021 die Neuauflage des Pilgergebetbuchs „Lauda Jerusalem“ herausgegeben, das im Bonifatius-Verlag erschienen ist.

Weitere Informationen.

WiBiLex: Homosexualität (AT)

Im Wissenschaftlichen Bibellexikon im Internet (WiBiLex) steht ein neuer Artikel zum Thema "Homosexualität (AT)" zur Verfügung. Auf der Basis mehrerer vorausgehender Studien behandelt Prof. Dr. Thomas Hieke ein Thema, das es so eigentlich nicht gibt: Das heutige Konzept von Homosexualität als vom Menschen nicht selbst gewählte, sondern an sich entdeckte sexuelle Orientierung sowie als verantwortliche Partnerschaft gleichberechtigter Menschen, die das gleiche Geschlecht haben, war so in der Antike nicht bekannt. Insofern kennt auch die Bibel dieses Konzept nicht und kann es somit auch nicht verurteilen. Wie man die wenigen Texte des Alten Testaments, die überhaupt in diese Richtung gehen könnten, angemessener verstehen kann, zeigt der Artikel auf (hier geht es zum WiBiLex-Artikel). Entsprechende Stellen im Neuen Testament werden von Dr. habil. Stefan Scholz in einem eigenen Artikel, "Homosexualität (NT)", behandelt.

Vortrag über Pessach, Pascha, Ostern online

Für alle, die den Livestream am 13. Dezember verpasst haben: Das Studium generale hat unter diesem Link ein Video mit dem Gemeinschaftsvortrag von Prof. Hieke und Prof. Franz zu "Pessach, Pascha, Ostern" veröffentlicht.

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